Das grüne Juwel der Kanaren — alles was du
für deinen Neustart auf der Insel wissen musst.
La Gomera ist die zweitkleinste der sieben bewohnten Kanarischen Inseln — und das authentischste. Während Teneriffa und Gran Canaria den Massentourismus kennen, ist La Gomera bewusst anders geblieben: ruhig, grün, eigen. Kein Ballermann, kein All-Inclusive-Hotel-Beton. Echte Natur, echte Menschen.
Die Insel liegt im Atlantischen Ozean, nur 38 km von Teneriffa entfernt und rund 300 km vor der westafrikanischen Küste. Die Hauptstadt San Sebastián beheimatet rund 4.500 Menschen, die Gesamtbevölkerung liegt bei knapp 22.000 Einwohnern.
1492 legte Christoph Kolumbus hier seinen letzten Stopp ein, bevor er in die Neue Welt aufbrach. Der Torre del Conde in San Sebastián erinnert noch heute daran. La Gomera ist politisch Teil von Spanien, gehört als Kanarische Insel aber zur Sonderwirtschaftszone mit eigenen Steuerregeln.
„Wer einmal auf La Gomera war, der kommt immer wieder." — Ein Gefühl, das fast jeder Besucher kennt
La Gomeras größtes Asset ist seine Natur — einer der ältesten noch existierenden Wälder der Welt, mitten im Atlantik. Der Nationalpark Garajonay ist ein tertiärer Lorbeerwald, der das Eiszeitalter überlebt hat. Dazu schwarze Lavastrände, tiefe Schluchten, Wale und eine weltweit einzigartige Pfeifsprache.
La Gomera hat ein mildes subtropisches Klima das ganze Jahr über. Frost ist unbekannt, extreme Hitze selten. Die Passatwinde sorgen für Ausgleich. Im Winter braucht man abends eine leichte Jacke, im Sommer ein T-Shirt.
Wichtig: Das Klima variiert stark zwischen Nord und Süd. Der Norden ist feuchter, grüner, nebliger — besonders rund um den Nationalpark. Der Süden (Valle Gran Rey) ist trockener, sonniger und wärmer. Das macht den entscheidenden Unterschied beim Wohnen.
Wer Wanderungen ins Gebirge plant: Jacke auch im Sommer einpacken. Die Temperaturunterschiede zwischen Küste und Hochland können erheblich sein.
Praktisch nicht vorhanden — einer der größten finanziellen Vorteile gegenüber Deutschland!
Klick auf die Marker für Infos zu den wichtigsten Orten. Zoome rein und erkunde die Insel — so kriegst du ein Gefühl für Entfernungen und Lagen.
La Gomera hat sechs Gemeinden — jede mit komplett eigenem Charakter. Hier ist die wichtigste Entscheidung die du treffen musst: Wo willst du wohnen?
Das beliebteste Reiseziel der Insel — im sonnigen Südwesten. Schwarze Sandstrände, Bananenplantagen, Palmenhaine. Fest in deutscher Hand: alternative Community, Hippie-Vergangenheit, viele Langzeitbewohner aus dem deutschsprachigen Raum. Lebendiger als der Rest der Insel, aber auch touristischer. El Guro im Obertal gilt als Künstlerviertel.
Die entspannte Hauptstadt im Osten — hier landen alle Fähren von Teneriffa. Beste Infrastruktur der Insel: Krankenhaus, Behörden, Busbahnhof, Banken, größerer Supermarkt. Spanischer, weniger touristisch als Valle Gran Rey. Kolumbus-Geschichte, Torre del Conde, kleiner schwarzer Strand am Hafen. Ideal wenn du Anbindung und Alltagspragmatik priorisierst.
Im fruchtbaren Nordosten, dank Passatwinden immer grün. Bananenfelder, Bäche, besonderes Mikroklima. Traditionsreicher, authentischer als der Süden — hier ist das ursprüngliche La Gomera. Ausgangspunkt für einen der schönsten Anstiege in den Garajonay-Nationalpark. Gut für Wanderer und Naturliebhaber. Etwas abgelegen, Anbindung per Bus vorhanden.
Zweitgrößte Gemeinde, unter dem markanten Vulkankegel Roque Cano. Saftig grüne Täler, idyllischer Ortskern, entspannte Atmosphäre. Gefühlt immer Sonntagnachmittag hier. Hauptsächlich von Einheimischen bewohnt — wenig Tourismus, viel Authentizität. Direkte Busverbindung nach San Sebastián und seit 2018 auch nach Valle Gran Rey. Guter Ausgangspunkt für Wanderungen.
Gilt als das schönste Dorf La Gomeras — kleinste Gemeinde, nördlich von Hermigua. Gepflasterte Gassen, alte Häuser mit Ziegeldächern, Kolonialbauten, atemberaubende Ausblicke auf terrassierte Steilküsten und das Meer. Sehr ruhig, sehr ursprünglich. Nichts für alle die Action wollen — aber ein Traum für alle die Ruhe suchen.
Der ruhige Urlaubsort im Süden — kleiner Hafen, schwarzer Strand, der einzige Golfplatz der Insel. Sonnig wie Valle Gran Rey, aber deutlich entspannter und weniger touristisch. Kleiner Flughafen in der Nähe (Regionalverbindung nach Teneriffa per Kleinflugzeug). Gute Wahl für alle die Sonne und Stille bevorzugen.
Valle Gran Rey = einfachster Einstieg (deutsche Community, viele Infos, Infrastruktur). San Sebastián = bester Alltagskomfort (Behörden, Krankenhaus, Fähre). Der Norden (Hermigua, Vallehermoso) = günstiger, authentischer, aber abgelegener. Unbedingt: erstmal in allen Regionen probewohnen bevor man sich festlegt!
Lebenshaltungskosten deutlich unter deutschem Niveau — und auch unter den größeren Kanarischen Inseln. Der IGIC (kanarische Mehrwertsteuer) beträgt nur 7% statt 19%. Wichtig: viele Produkte werden per Fähre importiert — das schlägt sich in manchen Preisen nieder.
La Gomera hat keinen internationalen Flughafen. Anreise immer über Teneriffa — per Schnellfähre Fred Olsen (50 Min. ab Los Cristianos) oder Autofähre Naviera Armas. Es gibt einen kleinen Regionalflughafen bei Playa Santiago (Binter Canarias nach Teneriffa). Facharztbesuche, größere Einkäufe, manche Behördengänge werden Tagesausflüge nach Teneriffa.
Krankenhaus in San Sebastián, Arztpraxen in größeren Ortschaften. Das staatliche System ist solide — für Fachärzte aber lange Wartelisten. Die meisten Expats wählen eine private Krankenversicherung (Pflicht auch für die Residencia). Schwere Behandlungen: meist nach Teneriffa.
Preise steigen, besonders in Valle Gran Rey. Ohne stabiles Einkommen (Remote, Rente, Selbstständigkeit) kann es eng werden. Jobchancen vor Ort sind begrenzt, Löhne niedrig. Finanzpuffer von mindestens 6–12 Monaten Lebenshaltungskosten einplanen.
Als EU-Bürger hast du das Recht in Spanien zu leben und zu arbeiten. Rechtlich einfach — bürokratisch aber mit strikter Reihenfolge. Nicht überstürzen.
Zuerst eine Unterkunft mit gültigem Mietvertrag sichern — der ist Voraussetzung für alles weitere. Plattformen: Idealista.es, Fotocasa.es. Tipp: Vor Ort suchen ist deutlich effektiver als von Deutschland aus. Kaution oft 2–3 Monatsmieten.
Beim Rathaus des Wohnorts anmelden. Benötigst: Pass + Mietvertrag. Die Meldebescheinigung ist wiederum Voraussetzung für NIE und Bankkonto. Reihenfolge einhalten!
Die Número de Identificación de Extranjero = der Schlüssel zu allem. Vorläufige „weiße" NIE (3 Monate gültig) bei der Polizei oder Ausländerbehörde. Cita previa (Termin) muss online gebucht werden — früh anfangen, Termine sind begehrt. Benötigt für Verträge, Bankkonto, alles.
Spanische Banken auf La Gomera: CaixaBank, BBVA, Santander. Benötigt: Pass + NIE + Meldebescheinigung. Kreditkarten weitgehend akzeptiert, in kleinen Läden aber oft Bargeld bevorzugt. Geldautomaten in größeren Ortschaften.
Erste 90 Tage: europäische Krankenversicherungskarte (EHIC). Danach: entweder spanische Sozialversicherung (über Arbeitgeber) oder private Krankenversicherung (für Residencia Pflicht). Vor der Abreise regeln — Vorerkrankungen können später ausgeschlossen werden.
Nach 3 Monaten Pflicht. Braucht: Krankenversicherungsnachweis + Nachweis über ausreichende Mittel (Rente, Arbeitsvertrag, Ersparnisse). Nach 5 Jahren: Daueraufenthaltsrecht. Ab hier: Hauptwohnsitz offiziell Spanien.
Gleichzeitig mit Residencia in Deutschland abmelden. Konsequenzen: gesetzliche KV endet, GEZ entfällt, Rentenversicherungszeiten separat klären. Formular E 104 vom Krankenversicherungsträger sichern. Wer über 183 Tage/Jahr in Spanien: dort steuerpflichtig. Steuerberater mit Spanien-Kenntnissen empfohlen!
Die Kanarische Sonderwirtschaftszone (ZEC) ist von der EU als Steueroase anerkannt. Unternehmen in der ZEC zahlen nur 4% Körperschaftssteuer auf Gewinne bis 1,8 Mio. € — statt 25% auf dem Festland. Für Selbstständige und Gründer extrem interessant. Steuerberater konsultieren!
Jugendarbeitslosigkeit auf den Kanaren über 40%. Für Personen ohne Spanischkenntnisse nochmals schlechter. Lokale Löhne sind niedrig. Kurze Formel:
Rente ✅ Remote-Job ✅ Eigenkapital ✅ → perfekte Voraussetzungen
Lokaler Job ohne Spanisch ❌ → sehr schwierig
Vor dem Umzug anfangen. Behördengänge, Arztbesuche, Alltag — alles auf Spanisch. Englisch hilft im Tourismus, reicht aber nicht für das echte Leben.
Am besten außerhalb der Hauptsaison. Urlaub und dauerhaftes Leben auf einer kleinen Insel sind zwei völlig verschiedene Dinge. Viele unterschätzen das.
Busverbindungen gibt es, aber für den Alltag unerlässlich. Straßen sind kurvenreich und steil. Gebrauchtwagen vor Ort oder Mitbringen (Ummeldung einplanen).
Bürokratie braucht Zeit, Wohnungssuche ist schwierig, Einkommenslücken entstehen. Kaution: oft 2–3 Monatsmieten. Nicht mit leerem Konto starten.
Facebook-Gruppen "Deutsche auf La Gomera", "La Gomera Expats" — beitreten, Fragen stellen, Kontakte knüpfen, bevor man anreist. Unbezahlbares lokales Wissen.
Online-Angebot begrenzt. Vor Ort suchen (Aushänge, Nachfragen, lokale Facebook-Gruppen) ist deutlich effektiver als von Deutschland aus über Plattformen.
Eine kleine Insel kann irgendwann beengend wirken. Keine Großstädte, keine Anonymität, immer dieselben Gesichter. Wer das mag: perfekt. Wer das noch nicht kennt: damit rechnen.
1. Wohnung → 2. Empadronamiento → 3. NIE → 4. Bankkonto → 5. Krankenversicherung → 6. Residencia → 7. Abmeldung Deutschland
Alles was Burkhard braucht — direkt verlinkt. Von Fährtickets bis zur NIE-Terminbuchung.